Vergleich Sonnenhaus mit extrem gedämmten Haus

Stellt man ein Sonnenhaus einem extrem gedämmten Haus gegenüber, wird klar, warum der bisherige Förderungsansatz NEZ im Vergleich zum neuen mit der Primärenergie als Kennzahl nur wenig Aussagekraft hat. Das Sonnenhaus hat einen etwas höheren Heizwärmebedarf und damit eine schlechtere NEZ, schneidet dafür aber beim Primärenergiebedarf und den jährlichen Energiekosten deutlich besser ab. Beide Werte verringern sich um mehr als Hälfte. Das Sonnenhaus lebt von und mit der Sonne und verspricht höchste Energieeffizienz, Versorgungssicherheit, niedrigste Heizkosten, behagliches Wohnen und praktizierten Umweltschutz.

 

 

Was kostet eine Sonnenheizung und wie lange kann sie genutzt werden?

Die Kosten eines Sonnenhauses sind vor allem abhängig vom gewünschten solaren Deckungsgrad, also von der Größe der Solaranlage. Solaranlagen, also Kollektoren und Speicher inkl. Montage kosten etwa. € 700,- bis € 1.000,- je m² Kollektorfläche, wobei der höhere Preis je m² bei kleineren Anlagen, der niedrigere Preis bei größeren Anlagen zu kalkulieren ist, da der Preis für Speicher und Zubehör nicht proportional zur Kollektorfläche steigt); Hier kann man dann noch Förderungen abziehen, die regional unterschiedlich sind.

Die gesamten Mehrkosten eines Sonnenhauses im Vergleich zu einem konventionellen Niedrigenergiehaus betragen etwa 8 bis 15 %. Allerdings hat praktisch jedes Niedrigenergiehaus auch eine Solaranlage zur Warmwasserbereitung, die beim Sonnenhaus automatisch dabei ist. In diesem Fall reduzieren sich die Mehrkosten auf 5 bis 10 %.

Dem stehen Einsparungen von mehr als 50 % der Energiekosten für Heizwärme und Warmwasser gegenüber. Hier muss man auch zukünftige Energiepreissteigerungen einrechnen; beispielsweise hat sich der Preis von Heizöl in den vergangenen 25 Jahren fast vervierfacht.

Die Mehrinvestition in ein Sonnenhaus ist auf jeden Fall gut angelegtes Geld, da die Technik ausgereift und das Konzept zukunftsfähig ist. Das mehr investierte Geld amortisiert sich auf jeden Fall, denn die minimale Nutzungsdauer einer Solaranlage beträgt über 25 Jahre und zumeist muss dann nur die Dichtung erneuert oder die Pumpe ausgetauscht werden. Bewohner des Sonnenhauses sind unabhängig von Energiekrisen und schützen aktiv unsere Umwelt und leisten einen wichtigen Beitrag für deren Erhalt. Und das ist ein Mehrwert, der unbezahlbar ist

Welchen Mehrwert bietet ein Sonnenhaus?

Die Sonne stellt ihre Wärme kostenlos zur Verfügung. Sonnenenergie wird niemandem weggenommen, nicht über Zwischenhändler weiterverkauft und niemals aufgebraucht. Die Sonne schickt ihre Energie im absoluten Überfluss. Wenn es um eine zuverlässige und bezahlbare Wärmeversorgung geht, sind Sonnenhaus-Bewohner immer auf der sicheren Seite. Lediglich ein geringer Bedarf Zusatzwärme ist im Sonnenhaus noch erforderlich. Zum Beispiel zusätzlich zwei bis vier Raummeter Holz pro Jahr für ein Einfamilien-Sonnenhaus ermöglichen sehr niedrige Energiekosten.

Was ist zu beachten?

Architekten, Fachplaner und Handwerker (Baumeister, Installateure) sollten auf jeden Fall wissen, worauf es beim Sonnenhaus-Konzept ankommt, bevor sie mit dem Bau oder der Planung eines Sonnenhauses beginnen. Beim Sonnenhaus sind Dinge zu beachten, welche bei einer Standardbauweise nicht ganz so wichtig sind. Das beginnt bei der Wahl eines für Sonnenhäuser geeigneten Grundstücks, geht weiter bei der richtigen Dimensionierung und Positionierung der Kollektoren und des Pufferspeichers und erfordert auch eine wärmebrückenfreie Gebäudedämmung. Architekten, Planer und Handwerker sollten also unbedingt Sonnenhaus-Fachkenntnisse aufweisen. Dafür bietet die Initiative Sonnenhaus Österreich unterschiedliche Schulungen und Seminare an.

Produziert ein Sonnenhaus auch Sonnenstrom auf dem eigenen Dach?

Die vorhandene Südfläche auf dem Dach oder an der Fassade wird in erster Linie für die Unterbringung von thermischen Solarkollektoren genutzt, da die solare Wärmegewinnung sehr wirtschaftlich ist. Die solare Stromgewinnung steht beim Sonnenhaus daher erst an zweiter Stelle. Dennoch produzieren viele Sonnenhäuser auch Sonnenstrom, wenn zuvor ausreichend thermische Kollektoren untergebracht worden sind. Dadurch dass Sonnenhäuser der solaren Wärmegewinnung den Vortritt lassen, leisten sie einen erheblichen Anteil dazu, den allgemeinen Energiebedarf um ein Vielfaches zu senken. Die privaten Haushalte verbrauchen rund ein Drittel vom gesamten österreichischen Energiebedarfs. Von diesem Drittel fallen ca. 85 % auf die Bereitstellung von Wärme für Raumheizung und Brauchwasser! Der Strombedarf für Hausgeräte, Beleuchtung und Kochen macht dagegen nur 13 % vom Gesamtenergiebedarf aus. Es ist also wesentlich sinnvoller an einem zu beheizenden Gebäude den thermischen Kollektoren den Vortritt zu lassen und eine Photovoltaik-Anlage erst dann zu installieren, wenn dafür Fläche (und Geld) übrig bleibt.